Endometriose betrifft so viele Frauen – vielleicht auch dich oder jemanden, den du kennst – und wird dennoch oft nicht sofort erkannt. Die Schmerzen und Einschränkungen im Alltag können überwältigend sein, aber oft dauert es Jahre, bis eine Diagnose gestellt wird. In diesem Beitrag möchte ich dir zeigen, was Endometriose ist, welche Anzeichen du beachten solltest und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt. Mein Ziel ist es, dir hilfreiche Informationen zu geben, damit du dich nicht allein fühlst und besser verstehen kannst, was in deinem Körper vorgeht.
Zunächst einmal stellt sich natürlich die Frage: „Was sind die Ursachen für die Entstehung der Endometriose?“ Ich versuche es dir kurz zusammenzufassen:
Was passiert im Körper?
Bei Endometriose wächst Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter. Diese Wucherungen können an verschiedenen Stellen auftreten, wie den Eierstöcken, dem Darm oder der Blase. Das Gewebe verhält sich ähnlich wie die Gebärmutterschleimhaut und baut sich während des Zyklus auf und ab, kann aber nicht abtransportiert werden, was zu Entzündungen, Narbenbildung und Schmerzen führt.
- Mögliche Ursachen: Obwohl die genauen Ursachen noch erforscht werden, gibt es verschiedene Theorien, wie Endometriose entstehen könnte:
- Retrograde Menstruation: Menstruationsblut fließt nicht vollständig aus dem Körper, sondern rückwärts in den Bauchraum, wo sich das Gewebe an Organen festsetzen kann.
- Genetische Veranlagung: Wenn Verwandte ersten Grades wie Mutter oder Schwester betroffen sind, besteht ein höheres Risiko, dass auch du Endometriose entwickelst.
- Probleme mit dem Immunsystem: Manche Forscher glauben, dass ein geschwächtes Immunsystem nicht in der Lage ist, die Zellen außerhalb der Gebärmutter zu erkennen und zu beseitigen.
- Hormonelle Veränderungen: Ein Ungleichgewicht der Hormone, insbesondere Östrogen, könnte das Wachstum des Gewebes außerhalb der Gebärmutter begünstigen.
- Faktoren, die das Risiko erhöhen könnten:
- Keine Schwangerschaften oder späte erste Schwangerschaft.
- Früh einsetzende oder besonders lange Menstruationen.
- Anatomische Besonderheiten der Gebärmutter.
- Bestimmte Umwelteinflüsse wie Chemikalien oder Schadstoffe.
Du siehst, die Antwort darauf, warum Endometriose entsteht ist nicht so einfach zu beantworten. Oft spielen mehrere Faktoren zusammen. Eines ist aber sicher: Endometriose ist nichts, was du allein durch deinen Lebensstil oder deine Entscheidungen verursacht hast. Es ist eine Erkrankung, die durch äußere und innere Einflüsse entsteht.
Du fragst dich sicherlich „könnte ich von Endometriose betroffen sein?“ Ich bin ehrlich, diese chronische Krankheit wird nicht umsonst als das „Chamäleon der Gynäkologie“bezeichnet, denn die Symptome sind sehr vielfältig und manchmal auch nicht so ganz eindeutig. Ich fasse dir nun einige, sehr häufige Symptome zusammen:
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- Starke Unterleibsschmerzen: Häufig treten diese während der Menstruation auf, können aber auch außerhalb des Zyklus vorkommen. Manche Frauen erleben Schmerzen, die so intensiv sind, dass sie den Alltag stark beeinträchtigen.
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr: Viele Betroffene berichten von Schmerzen während oder nach dem Geschlechtsverkehr, besonders bei tiefer Penetration.
- Starke oder unregelmäßige Menstruationsblutungen: Die Periode kann länger, intensiver oder unregelmäßig sein, oft begleitet von starken Krämpfen.
- Schmerzen beim Stuhlgang oder Wasserlassen: Diese Symptome treten vor allem während der Menstruation auf und können darauf hindeuten, dass das Endometriosegewebe auch in der Nähe von Blase oder Darm sitzt.
- Chronische Beckenschmerzen: Unabhängig vom Zyklus können anhaltende Schmerzen im unteren Bauchbereich ein Anzeichen für Endometriose sein.
- Müdigkeit und Erschöpfung: Viele Frauen mit Endometriose fühlen sich oft sehr müde oder haben wenig Energie, selbst wenn sie genug schlafen.
- Verdauungsprobleme: Endometriose kann Symptome wie Blähungen, Durchfall oder Verstopfung auslösen, besonders während der Menstruation. Diese Symptome können leicht mit dem Reizdarmsyndrom (IBS) verwechselt werden.
- Unfruchtbarkeit: Bei vielen Frauen mit Endometriose kann die Krankheit die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Tatsächlich ist Endometriose eine der häufigsten Ursachen für Unfruchtbarkeit bei Frauen
- Rückenschmerzen: Einige Betroffene leiden auch unter Schmerzen im unteren Rückenbereich, die sich bis in die Beine ausdehnen können.
Einen Hinweis, den ich dir hier noch geben möchte: Oft wird diese Krankheit mit anderen Gesundheitsproblem wie dem Reizdamsyndrom oder einer Ballenentzündung verwechselt. Du sollest auch hellhörig werden, wenn du ständig wegen Blinddarmverdachts eine Arztpraxis aufsuchen musst (das war tatsächlich mein erstes Symptom).
Die Diagnose dieser Krankheit, die im Übrigen eine der häufigsten Frauenkrankheit ist, ist nicht ganz so einfach und genau deshalb dauert es im Schnitt ca. 6-10 Jahre, bis eine Diagnose gestellt wird. Auch deshalb möchte ich dir mit diesem Blog die Unterstützung geben, dass es bei dir erst gar nicht so lange dauert.
Ja, wie wird nun die Diagnose nun gestellt?
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- Gespräch mit dem Arzt: Der erste Schritt ist immer, die Symptome mit einem Arzt oder einer Ärztin zu besprechen. Dabei wird erfragt, welche Beschwerden du hast, wie lange sie bestehen und wie sie sich auf dein Leben auswirken. Besonders wichtig sind Informationen über Menstruationsschmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und eventuelle Probleme mit der Verdauung.
- Gynäkologische Untersuchung: Bei einer körperlichen Untersuchung wird der Beckenbereich abgetastet. Dabei können Wucherungen, Zysten oder Verwachsungen bemerkt werden, aber eine eindeutige Diagnose ist oft allein dadurch nicht möglich.
- Bildgebende Verfahren: Ein Ultraschall (Sonografie) kann dabei helfen, größere Endometrioseherde oder Zysten (sogenannte Endometriome) zu erkennen. Manchmal wird auch eine Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt, um ein genaueres Bild zu bekommen. Allerdings sind kleinere Herde oft schwer sichtbar.
- Laparoskopie (Bauchspiegelung): Dies ist der „Goldstandard“ für die Diagnose von Endometriose. Dabei wird in einem kleinen chirurgischen Eingriff ein dünnes Instrument (Laparoskop) durch einen Schnitt im Bauchraum eingeführt, um die betroffenen Stellen direkt zu betrachten. Gewebeproben können entnommen und unter dem Mikroskop untersucht werden, um die Diagnose zu bestätigen. Diese Methode ist zwar invasiv, aber sie liefert die sicherste Diagnose.
Fazit
Endometriose kann eine echte Herausforderung sein, die dein Leben in vielerlei Hinsicht beeinflussen kann. Es ist wichtig zu wissen, dass du mit deinen Beschwerden nicht allein bist – viele Frauen erleben ähnliche Schwierigkeiten und kämpfen sich durch eine oft lange und frustrierende Diagnosereise. Auch wenn die Ursachen noch nicht vollständig erforscht sind, gibt es Hoffnung: Eine frühzeitige Diagnose und die richtige Behandlung können dir helfen, die Kontrolle über dein Leben zurückzugewinnen und deine Lebensqualität zu verbessern. Wenn du Symptome bemerkst, scheue dich nicht, aktiv zu werden und Unterstützung zu suchen. Deine Gesundheit und dein Wohlbefinden sind wichtig, und es gibt Hilfe, um die Herausforderungen von Endometriose zu bewältigen. Bleib stark und wisse, dass du dich auf dem Weg zu besserem Verständnis und Unterstützung nicht allein fühlen musst.



